JANKA SIMOWITSCH

KLAVIER


8. JUNI 2014

17:00 Uhr

im Ballsaal von SCHLOSS PASSOW, Am Schloss 67, 19386 Passow



Janka Simowitsch hat bereits 2012 und 2013 für uns gespielt. Ihre bisherigen Konzerte wurden, sowohl im Gemeindesaal der katholische Kirche Goldberg als auch in der Aula der John-Brinckman-Schule, von den zahlreichen Besuchern begeistert gefeiert.


Wir sind glücklich, dass Frau Simowitsch auch in diesem Jahr wieder für uns spielen wird.

Sie verschmilzt mit ihrer Musik, wird eins mit ihr: Janka Simowitsch spielt zum zweiten Mal in Goldberg.


Foto © 2013, Sabrina Panknin

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SIE TAUCHT EIN IN DIE WELT DER MUSIK

Sabrina Panknin



Den Deckel weit geöffnet, tiefschwarz, beleuchtet von den beiden Lampen an der Decke – so steht der Flügel inmitten der Aula der John-Brinckman-Grundschule Goldberg. Er wartet, wartet auf seine Künstlerin. Die schwarz-weißen Tasten des Flügels ruhen, auch sie warten auf ihren Einsatz, auf den Dialog mit ihrer Künstlerin: Leichtfüßig und lächelnd betritt Janka Simowitsch die Bühne, angekündigt von Gerhard Stromberg, dem Kurator von Goldbergkunst e.V., und mit Spannung erwartet von ihrem Publikum. Denn das kennt sie schon: Janka Simowitsch spielt bereits zum zweiten Mal in Goldberg und es wird wohl nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Rostockerin Nachwuchspianistin in die Kleinstadt an der Mildenitz kommen wird – das zumindest verspricht sie.


Noch einmal tief einatmen, die Augen geschlossen, legt Janka Simowitsch ihre zarten Finger auf die Tasten ihres Flügels. Sie taucht ein in eine andere Welt,in eine Welt voller Noten, voller Klang, voller Fantasie. So heißt auch der Titel des Konzertabends in der Goldberger

Grundschule. Unter den Augen des Namensgebers der Schule, John Brinckman

– hängt als Gemälde hinter ihr an der Wand –, und den Augen ihrer Zuschauer beginnt Janka Simowitsch mit den ersten Tönen aus Robert Schumanns Kinderszenen. Leicht schweben ihre Finger über die Tasten, sie berührt die Schwarzen und Weißen zunächst ganz sanft, um dann ihrem Spiel mit kräftigem Druck auf die Tasten Ausdruck zu verleihen. Janka Simowitsch spielt Klavier und zeigt, was sie als junge Pianistin bereits kann. Sie verschmilzt mit der Musik.


Seitdem sie sitzen kann, spielt sie Klavier, verrät Janka Simowitsch. „Meine vier älteren Geschwister waren froh, als ich anfing, mich ans Klavier zu setzen. Dann mussten sie nicht mehr so viel spielen“, erzählt die Pianistin. Janka Simowitsch stammt aus Rostock, studierte an der dortigen Hochschule für Musik und Theater, an der sie jetzt selbst einen Lehrauftrag hat. „Es ist toll, jemandem etwas weitergeben zu können. Und vor allem, dass meine eigenen Lehrer mir dieses zutrauen. Das ist eine große Anerkennung für mich und mein Können.“ Doch ihr Talent ist hartes Training: Mehrmaliges, stundenlanges Sitzen am Klavier, jedes Stück muss perfekt sitzen, muss geübt und einstudiert werden.


Janka Simowitsch spielt frei, aus dem Kopf. Die Noten hat sie verinnerlicht, sie verschmilzt mit jedem Stück, das sie einstudiert. „Wichtig ist die Mischung zu halten. Ich brauche mich an keinen

Notenblättern festhalten, das habe ich alles Kopf. Das ist viel freier. Doch den Überblick muss ich dennoch behalten, wie ein Dirigent, der ein ganzes Orchester im Blick haben muss, darf ich das Stück nicht aus den Augen verlieren. Ich schaue wie aus der Vogelperspektive drauf. Die Abläufe des Stücks habe ich gespeichert. Ich weiß genau, wo was steht und wann was kommt“, erklärt die 25-Jährige. Das beweist Janka Simowitsch wieder einmal ausdrucksvoll in Goldberg. Zu jedem ihrer Stücke hat sie eine passende Erklärung. Erfrischend leicht erzählt sie Geschichten über Robert Schumann und seine Klara. Danach setzt sie sich wieder an den Flügel und ist sofort drin in ihrem Spiel.


Janka Simowitsch hangelt sich derzeit von Konzert zu Konzert, von Lehrauftrag zu Lehrauftrag. Sie ist Stipendiatin der Mozartgesellschaft Dortmund. Zwischen all ihren Terminen darf sie eine weitere wichtige Sache aber nicht aus den Augen verlieren: Ihre eigene Vermarktung. „Eigentlich wollte ich nach Goldberg kommen und meine erste CD im Gepäck haben. Aber leider verschiebt sich das Erscheinungsdatum. Da gibt es noch so viele Dinge, mit dem Booklet und dem Layout zu erledigen. Alles Dinge, von denen ich nichts verstehe. "Das ist nichts für mich“, sagt sie und lächelt. „Wenn sie fertig ist, komme ich wieder“, verspricht die junge Pianistin. Diese CD ist für die Rostockerin ein weiterer Schritt, ein weiterer Schritt in Richtung Vermarktung und wichtig, um weitere Konzerte spielen zu können. Denn darum geht es letztendlich: Janka Simowitsch will mit ihrer Musik Geld verdienen. „Da bleibt die eigene Vermarktung leider nicht aus.“ Aller Voraussicht nach, so die Hoffnung der 25-Jährigen, wird die erste eigene CD am 1.Juli scheinen. Sie trägt den provokanten, aber zutreffenden Titel „Make-Up“. „Wie ein Make-Up etwas betont, so sind auch die Stücke auf der CD. Es sind alles Bearbeitungsstücke, die etwas anderes an dem originalen Stück betonen, herausstellen“, verrät Janka Simowitsch.


Seitdem Janka Simowitsch Klavier spielt, erfährt sie Rückhalt von der Familie, von ihren Eltern, ihren Geschwistern und von ihren Freunden. Ohne das ginge es nicht. Von verschwendeter Kindheit und Jugend spricht die Rostockerin nicht. „Ich verstehe das immer nicht, dass bei Musikern oder Sportlern immer von verschwendeter Kindheit gesprochen wird. Viel schlimmer erachtet sie die Kinder, die ihre Freizeit nur vor dem Fernseher oder Computer verbringen. Das ist für mich verschwendete Kindheit“, merkt die 25-Jährige treffend an. Janka Simowitsch arbeitet auf ein Ziel hin: Mehr Konzerte spielen. „Ich liebe es, Konzerte zu geben. Das ist der Höhepunkt eines jeden Musikers. Mit meiner CD will ich noch mehr Publikum erreichen, nicht nur diejenigen, die mich bereits gesehen haben, sondern auch diejenigen, die von mir über andere hören“, verdeutlicht die Pianistin.


Knapp zwei Stunden lang versüßt Janka Simowitsch mit ihrem Spiel dem Goldberger Publikum den Abend. Dann ist Schluss. Die schwarz-weißen Tasten verstummen. Der Flügel wird eingeklappt. Jetzt wartet er auf den nächsten Dialog mit Janka Simowitsch, die nur eines in ihrem Leben möchte: „Sorglos musizieren.“


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Sabrina Panknin ist Redakteurin der SCHWERINER VOLKSZEITUNG in der Redaktion Lübz.


Ihr Artikel erschien zuerst in der SVZ vom 21.5.2013



JANKA SIMOWITSCH


Pressestimmen


[Pasewalk, Ende Januar, AV] 

„Die für diese Werke enorme anspruchsvolle Technik bildete die Grundlage für die geistige Gestaltung mit der Janka Simowitsch die herrlichen Werke der Wiener Klassik den Zuhörern vermittelte. Hohe Anschlagskultur und äußerst sensible Empfindung kennzeichneten die Interpretation der jungen Pianistin.“


[Bad Lobenstein, Ende März 2009, R. Barwinsky]

„Sie überzeugte die Gäste mit durchweg virtuosen, ja oft äußerst spannungsbeladenen Spiel von Beginn an.“


[Allgäuer Zeitung - Füssener Blatt, 25.08.2009 K. Bielenberg]

„Die Aufführung der Klaviersonate von Béla Bartók ließ manchen Hörer den Atem anhalten. Mit unwahrscheinlicher Ausdruckskraft und bestechender technischer Ausgereiftheit entwickelte Janka Simowitsch aus dem Untergrund die pulsierende Motorik und die rhythmische geprägte Motivik.“


[Gießen GA, 09.11.2009] 

"Erstaunlich zu hören, was die Pianistin aus ihrer Fünf-Finger-Interpretation an polyphoner Fülle herauszauberte, faszinierend zu sehen, mit welcher Konzentration sie sich in die Details versenkte!"


[NNN, 06.10.2009, M. Bannert] 

„Im perfekten Dialog mit Orchester spielt sie Griegs Klavierkonzert mit einer kaum gekannten Weise. Virtuos ist Simowitsch's Anschlagskultur, ihr Empfinden beim Spielen, die Emotionen, die sie freisetzt und mit denen sie Publikum und Orchester gleichermaßen erreicht. Weiblich-geschmeidig spielt sie Grieg, als wäre das Stück für sie geschrieben.“


[ OZ, 05.10.2009, H.-J. Staszak ] 

„Sie bestach dabei ebenso mit ihrer souveränen Virtuosität - kraftvoll und von zauberhafter Leichtigkeit zugleich - wie mit einer erstaunlichen Gestaltungskraft, die aus emotionaler Klugheit gespeist wird.“

JANKA SIMOWITSCH


Die junge Pianistin Janka Simowitsch ist aktuelle Stipendiatin der Mozartgesellschaft in Dortmund. 


Geboren 1987 in Rostock, begann sie ihre musikalische Ausbildung an der örtlichen Musikschule. Sie studierte bei den Professoren Kirschnereit, Will und Zack an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und bei Professor Scherbakov an der Zürcher Hochschule der Künste.


Janka Simowitsch gewann Preise und Stipendien bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Zuletzt 2011 bei dem vom Kulturkreis der deutschen Wirtschaft initiierten Klavierwettbewerb "Ton und Erklärung – Werkvermittlung in Musik und Wort" in München und bei der „Jmanuel und Evamaria Schenk Stiftung zur Förderung junger Solisten“ in Zofingen (Schweiz).


Sie trat im Hörfunk und Fernsehen auf und konzertierte in vielen Städten Deutschlands, außerdem in Italien, Polen, Russland, Japan, der Schweiz und den USA. Klavierkonzerte führten sie u.a. in die Berliner Philharmonie, Philharmonie Essen, in das Konzerthaus am Gendarmenmarkt, Konzerthaus in Dortmund, Theater Altenburg, in den Sendesaal des Bayerischen Rundfunks.


Die Pianistin war bei Festivals wie dem Internationalen Festival Sankt-Petersburger Herbst, den „Ludwigsburger Schlossfestspielen“, den Festspielen Mecklenburg/Vorpommern, dem Klavierfestival Spoleto/Italien sowie dem „Festival Mitte Europa“ und dem „Engadiner Festival“ zu hören.


Janka Simowitsch ist Stipendiatin der “Studienstiftung des deutschen Volkes“, Stipendiatin der Horst-Rahe-Stiftung sowie des PE-Förderkreises für Studierende der Musik e.V. und des Deutschen Musikrates.


Seit dem Sommersemester 2012 hat sie einen Lehrauftrag an der hmt Rostock.

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