FLORIAN HETZ – LAOKOON

Eröffnung 31. Mai 2024, 19:00 Uhr
Die Ausstellung läuft bis zum 23. Juni 2024 und ist an den Wochenenden jeweils von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. An allen anderen Tagen bitten wir um Vereinbarung eines Besuchstermines, T 038736 819291  

Menschliche Haut ist das größte Organ unseres Körpers und ein lebendiges Zeugnis unserer individuellen Lebensgeschichten. Jede Falte, Narbe und jeder Schatten erzählt von persönlichen Erlebnissen und Emotionen und verweist auf die einzigartige Geschichte jedes Individuums. Haut dient nicht nur als physische Grenze, sondern als interaktive Oberfläche, die unser Erleben und unsere Identität formt.

Die Fotografien von Fragmenten antiker griechischer Statuen stehen im Kontrast zur menschlichen Haut und zeigen zugleich eine Verbindung. Diese Statuenfragmente, die einst Götter, Helden und historische Persönlichkeiten darstellten, strahlen eine zeitlose Beständigkeit aus. Die Detailaufnahmen der Fragmente enthüllen jedoch auch die Spuren der Zeit und die Zerstörung, die selbst den widerstandsfähigsten Marmor nicht verschont. Diese Bruchstücke erzählen von der Vergänglichkeit und den Veränderungen, die alle Materie betrifft.Durch die Gegenüberstellung von Haut und Marmorfragmenten entsteht ein kraftvoller Dialog über Vergänglichkeit und Zerstörung. Wie verändert sich unsere Wahrnehmung von Schönheit und Dauerhaftigkeit, wenn wir die Fragilität beider Oberflächen betrachten? Die menschliche Haut, die täglich erneuert und von unseren Erfahrungen geprägt wird, und der Marmor, der Jahrhunderte überdauert hat, aber dennoch von Zerstörung gezeichnet ist, spiegeln die Dualität von Beständigkeit und Vergänglichkeit wider.

Florian Hetz ist ein in Berlin ansässiger Künstler, der zunächst eine Karriere im Theater begann. Sein Weg nahm eine andere Wendung, als er 2007 durch eine Enzephalitis Teile seines Gedächtnis verlor. In dem Bemühen, dem Verlust entgegenzuwirken und um seine täglichen Erfahrungen während des Genesungsprozesses zu dokumentieren, wandte sich Hetz der Fotografie zu. Was als fotografisches Tagebuch begann, entwickelte sich allmählich zu einer kreativen Erforschung der Erinnerung selbst.

Durch die Aufnahme von Bildern, die auf seinen eignen Erinnerungen und deren Fehlen basieren, geht Hetz auf die subjektive Natur des Gedächtnisses ein. Mit seinen Arbeiten erforscht er die fragmentierte und schwer fassbare Natur der Erinnerung und bietet einen Einblick in das komplizierte Funktionieren der Sinne.
Hetz hat drei Bücher mit seinen fotografischen Arbeiten veröffentlicht und wurde sowohl in Gruppen- als auch in Einzelausstellungen national und international ausgestellt. 

Florian Hetz, # 2, 2024

Florian Hetz, # 1, 2018

Florian Hetz, # 3, 2024

Florian Hetz, # 4, 2019

Mehr Informationen über Florian Hetz finden Sie hier.


Nur noch bis zum 26. Mai:

BIANCA SCHÜLER – VERLASSENE PARADIESE

Am 26. Mai wird Bianca Schüler in der Galerie anwesend sein.

BIANCA SCHÜLER – VERLASSENE PARADIESE

Eröffnung 3. Mai 2024, 19:00 Uhr
Die Ausstellung läuft bis zum 26. Mai 2024 und ist an den Wochenenden sowie am Pfingstmontag jeweils von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. An allen anderen Tagen bitten wir um Vereinbarung eines Besuchstermines, T 038736 819291  

Die Rostocker Fotografin Bianca Schüler sucht mit ihrer Kamera gern abseits der Scheinwerfer und gepflasterten Wege nach Motiven, die Geschichten von Menschen erzählen, aber nie Menschen zeigen. Ihre Bilder zeigen die Abwesenheit von Menschen. Jenseits vom Erleben. Aus einer längst vergangenen Zeit. Bilder, die berühren, da sie vorführen, was vom Leben übrigbleibt.

In dem Fotoprojekt Verlassene Paradiese hat die Rostockerin Kleingärten aufgesucht, die stillgelegt und leergezogen sind. Die Bilder stammen aus Jarmen, Neubrandenburg, Goldberg und den Anlagen Primelweg und Grother Pohl in Rostock. 

Michael Meyer

Bianca Schüler,  Baumhaus / Goldberg Seeblick / 2023

Bianca Schüler, Immergrün / Rostock Primelweg / 2023

Bianca Schüler, Bienen / Jarmen Abendruh / 2023


Die Dokumentation dieser Ausstellung finden Sie hier.


SHADOWLANDS

EIN AUSSTELLUNGSPROJEKT VON STUDIERENDEN DES CASPAR-DAVID-FRIEDRICH-INSTITUTS DER UNIVERSITÄT GREIFSWALD

22. März bis 28. April 2024

Samstags und Sonntags 14.00 bis 16.00 Uhr, an Wochentagen nach Vereinbarung, T 038736 819291

Die Dokumentation dieser Ausstellung finden Sie hier.

Für mehr Bilder bitte nach rechts scrollen.

EIN AUSSTELLUNGSPROJEKT VON STUDIERENDEN DES CASPAR-DAVID-FRIEDRICH-INSTITUTS DER UNIVERSITÄT GREIFSWALD

Als Beitrag zu den Feierlichkeiten anlässlich des 250. Geburtstages von Caspar David Friedrich hat eine Gruppe Studierender, basierend auf dem gleichnamigen kunstgeschichtlichen Seminar des Kunsthistorikers Dr. Gerhard Graulich, das Ausstellungsprojekt SHADOWLANDS erarbeitet. Ziel der Lehrveranstaltung war es, Facetten der Bedeutung C. D. Friedrichs für die zeitgenössische Kunst zu erforschen.

Bei Goldbergkunst werden anhand von 13 künstlerischen Positionen Aspekte eines transformierten Romantikbegriffs in den Blick gerückt. Die Ausstellung versucht, einen konzentrierten Diskurs zu entwickeln, der an Friedrichs Auseinandersetzung mit dem Enigmatischen und der Nacht anknüpft. Anhand dieser Topoi werden grundsätzliche Fragen zur menschlichen Existenz, etwa zu Liebe, Hass, Krieg und Tod gestellt.

Als Teil dieses Projektes präsentieren die Studentinnen Stella Capretto, Lena Friemel und Laura Schöning die Installation „Für Friedrich“ im Kunstkubus CUBIC, Greifswald und im Projektraum des Caspar-David-Friedrich-Instituts wird die Arbeit von Tanja Zimmermann „Nacht über Deutschland: Eine Installation für Gertrud Bing“ vorgestellt.

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft , Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten M-V 


ERINNERUNGSSTÜCKE

FOTOGRAFIEN AUS GOLDBERG

25. August bis 17. September 2023


Der Kuss, ca. 1952

Pigmenttinte auf Barytpapier, Original aus Privatsammlung, Goldberg, Bearbeitung © 2013/2023, Gerhard Stromberg/Birgit Schröder

Fotografien sind Träger von Erinnerung

In diesem Jahr feiert Goldberg sein 775. Stadtjubiläum. Für uns Anlass, einige Aufnahmen aus unserer Sammlung historischer und zeitgenössischer Fotografien die in und um Goldberg entstanden, zu zeigen. Die historischen Fotografien haben wir gemeinsam digitalisiert, restauriert und gedruckt. Die zeitgenössischen Arbeiten entstanden während gemeinsamer Spaziergänge.

Birgit Schröder & Gerhard Stromberg


Landschaft mit Goldberger See,
ca. 1958, 

Original aus Privatsammlung, Goldberg, Bearbeitung © 2013, Gerhard Stromberg/Birgit Schröder

ERINNERUNGSSTÜCKE

Fotografien aus Goldberg

Die Ausstellung läuft bis zum 17. September 2023 und ist an folgenden Tagen geöffnet:

26. und 27. August: 14:00 bis 17:00 Uhr

9. und 10. September: 11:00 bis 14:00 Uhr

16. und 17. September: 11:00 bis 14:00 Uhr.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.


JANKA SIMOWITSCH

KONZERT

25. AUGUST 2023, 17:00 UHR

in der Dorfkirche zu Woosten


Nach einer viel zu langen, pandemiebedingten, Pause können wir endlich wieder zu einem Konzert mit der vielfach ausgezeichneten Pianistin Janka Simowitsch einladen.
Das Konzert wird am Freitag, dem 25. August ab 17:00 Uhr in der Dorfkirche zu Woosten (Dorfstrasse, 19399 Goldberg,  OT Woosten) stattfinden.
Der Eintritt ist frei, wie bitten jedoch um Voranmeldung. T 038736 819 291   E post@goldbergkunst.org
Wir danken Dipl.-Med. Birgit Schröder, die dieses Konzert aus Anlass ihres 30-jährigen Praxisjubiläums ermöglicht.



NICHOLLAS HAMPER

DIESE INSEL


4.  bis 21. August 2023

Eröffnung 4. August, 19:00 Uhr. Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.

Nichollas Hamper, In die Tiefe, 2023, 57,5 cm x 51 cm x 6 cm, Öl auf Holzkonstruktion

Nichollas Hamper

Nichollas Hamper wurde 1956 in Chatham, Großbritannien geboren. Er studierte von 1974-1979 Malerei an der Slade School of Art der Universität London (BA) und von 1980-1982 am Royal College of Art (MA). Seit 2005 lebt und arbeitet er in Frankreich.

Atelieransichten

Nichollas Hamper, Konkave Wettervorhersage, 2023, 54 cm x 48 cm

Nichollas Hamper, Tretchikoff, 2022, 33 cm x 42,5 cm, Öl auf Holzkonstruktion

Nichollas Hamper, Triptychon mit Sonnenblumen, 2023,  20 cm x 61 cm (geöffnet), Öl auf Holzkonstruktion


Jane Courquin

Gemälde 2003-2023

28. Juli bis 2. August 2023

Eröffnung 28. Juli, 19:00 Uhr. Sie und Ihre Freunde sind herzlich eingeladen.


Jane Courquin, Fritillary Water Meadow, 2016, 80 cm x 80 cm, oil on canvas

Jane Courquin

Im Spätsommer 2022 begegneten wir den Bildern von Jane Courquin zum ersten Mal. Wir besuchten damals das weitläufige Atelierhaus des Künstlerehepaares Jane Courquin / Nichollas Hamper in einem Bilderbuchort im Südwesten Frankreichs. Das Wort, welches uns während der gesamten Dauer dieses Besuches wie selbstverständlich begleitete, – im Dorf, im Haus und dessen Garten, in den Ateliers –, war Schönheit. Angesichts von Janes Gemälden war dieser Begriff oft der einzige, welcher den unvermittelten, sprachlosen Genuss der Betrachtung in die Begrifflichkeit zurückholte. 

Die Kunstwelt tut sich heutzutage (und erst heutzutage) häufig schwer mit der Idee Schönheit, sie scheint ihr zu „schwammig“, nicht konzeptionell genug. Und doch: Es gibt Schönheit, es gibt Natur und es gibt Liebe. Wenig zeitgenössische Kunst verdeutlicht dies so überzeugend wie die Gemälde von Jane Courquin.

Wir danken Jane und Nichollas, dem unsere nächste Ausstellung gelten wird, für lange Abende wundervoller Gespräche, für ihre großzügige und geduldige Gastfreundschaft, vor allem aber für ihre Bereitschaft, sich auf das Abenteuer Goldbergkunst einzulassen. 

Die Ausstellung "Nichollas Hamper – Diese Insel" wird schon am Freitag, dem 4. August eröffnet werden. Versäumen Sie es also nicht, die wenigen Tage der Ausstellungsdauer von "Jane Courquin – Gemälde 2003-2023" zu nutzen. Rufen Sie uns jederzeit an, wir freuen uns auf Ihren Besuch. T 0151 2758 4744.

Eindrücke vom Atelier Jane Courquins, 2023

Jane Courquin, Orange Peel2013, 80 cm x 80 cm, oil on canvas

Jane Courquin, Blue Kettle2015, 80 cm x 80 cm, oil on canvas


FLORIAN RICHTER

NACH ARKADIEN

30. Juni bis 23. Juli 2023 



Dokumentation der Ausstellung und letztes Ausstellungs-Wochenende

Die Dokumentation der Ausstellung ist jetzt auf unserer Seite verfügbar. Klicken Sie hier.

Gerade Florian Richters vielschichtigen und nuancenreichen Bildern kann eine digitale Präsentation nicht gerecht werden. Nutzen Sie deshalb die letzten Tage der Ausstellung, diese wundervollen Arbeiten im Original zu sehen.

Am 23. Juli wird Florian Richter anwesend sein.

Florian Richter, Sternenland II, 2022, 24 cm x 30 cm, Pigmenttinte auf Baumwollpapier

Arkadia – Die Natur als Idealbild

Arkadien galt im Altertum als durch seine geographische Lage isolierte, raue Landschaft. Seine Bewohner sehen sich als ältestes griechisches Volk an. Arkadien steht für die friedliche Urphase der Menschheit, den Idealzustand vor der Entstehung der Zivilisation. Hier konnte die Menschheit, unbelastet vom mühevollen Alltag in einer idyllischen Natur unbeschwert leben.

Die Natur als Idealbild

Die Fotografien, die Florian Richter zwischen 2020 und 2022 ziehen den Betrachter mit großer, stiller Kraft in ihren Bann. Paradox zu sagen: Großes Kino der absoluten Ruhe. Formate, die über sich hinausweisen. Die dramatische Aufladung dieser Werke resultiert aus der Tatsache, dass Richter das Objektiv seiner Kamera nicht unter dem Blickwinkel der Bestandsaufnahme betrachtet, sondern als Werkzeug, um eine reine "Bildwirklichkeit" im elementaren Sinne des Wortes zu erschaffen. Das 19. Jahrhundert hat ihm in diesem Bestreben zwei Vorlagen geliefert: Zum einen die Malerei der Romantik und zum anderen die Fotografie und Bildbearbeitung der sogenannten Piktorialisten, die am Ende des vorletzten Jahrhunderts auf impressionistische Effekte durch gezielte Unschärfe, die Wahl ungewöhnlicher Ausschnitte sowie den Einsatz chemischer Verfahren setzten. Richter erzeugt die von ihm angestrebte, einem Gemälde ähnliche Bildwirkung mit den technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts und nimmt subtile Nachbearbeitungen am Computer vor. Im Atelier und durch die damit verbundene, zeitliche Distanz zum Erlebten unterläuft er ein weiteres Mal einen dokumentarischen Anspruch an Fotografie. Seine Einwirkung schafft eine neue Wirklichkeit mit enormer Wirkungskraft.

Zu den beiden genannten Einflüssen passt, dass sich der Künstler bei der Suche nach dem Motiv von seinen Gefühlen leiten lässt. Er meidet die Schneisen schlagenden Seilbahnen. Wie die Landschaftsmaler früherer Zeiten ersteigt er die Alpen, beobachtet wie sich die Lichtsituation mit zunehmender Höhe verändert, und sucht abseits der gängigen Routen nach einsamen Stellen, in denen nichts auf das Jetzt verweist. 

Richter bekennt, dass ihn ein starker Eskapismus antreibt, er sich mit der Kamera ein Idealbild von Natur erträumt. Diese Flucht in eine beseelte, unberührte Natur verbindet ihn mit Caspar David Friedrich (1774-1840). Betrachtet man Richters Aufnahmen "Sommerliche Stimmung im Gebirge" und "Steinrastl", so erinnert das glühende Orangerot der Himmel an die nach Ausbruch des indonesischen Vulkans Tambora mit Aerosolen geschwängerte Atmosphäre in Werken wie „Neubrandenburg im Morgennebel“ (1816) und „Küstenlandschaft im Abendlicht“ (1816/18) des Greifswalder Künstlers. 

Wie eng sich Richter mit den melancholisch-ruhigen Stimmungslandschaften C.D. Friedrichs verbunden fühlt, zeigt sich noch ein weiteres Mal auf seinem Lichtbild "Steinrastl": Richter hat mit dem Gipfelkreuz ausnahmsweise ein neues Element hinzugefügt. Jenes beweist überdies, dass diese Fotografie kein Abbild der Wirklichkeit ist, denn gäbe es das Kreuz auf der Bergspitze wirklich, dann wäre es überdimensional groß!

Der Künstler liebt das Changieren der Farbe von Gestein bei besonderem Lichteinfall, etwa wenn, wie im Bild "Schwarze Schneid", sich leichter Nebel auf die kargen Felsen herabsenkt. In der Aufnahme "Torstein" entsteht dadurch eine Metamorphose: man imaginiert die schrundige Haut eines riesigen, schlafenden Trolls, der unter Schnee und Nebel versteckt ist. 

Obgleich er großen Respekt vor den Urgewalten der Natur hat, geht Richter gerne ins Gebirge, wenn sich das Wetter verschlechtert. Beim "Glacier des Bossons" zog vom Tal ein Unwetter herauf, das die Bildstimmung im Abstand von wenigen Minuten komplett veränderte. Gerade nach Gewittern ergeben sich fantastische Lichtstimmungen, welche der Künstler gerne durch die Nachbearbeitung mit Farbe verstärkt, an strahlend blauen, wolkenlosen Himmeln ist er hingegen nicht interessiert. Richter hat eine innere Vorstellung von seinen Sujets und versucht in seiner Fotografie dafür ein Äquivalent zu finden.

Bedrohlich nahe rückt die Wirklichkeit jedoch mitunter an seine Aufnahmen heran: Auf der Rückseite der roten Felsen links im Vordergrund des Bildes "Glacier des Bossons" hängen zahlreiche Seile von Bergsteigern. Verlagerte sich der Standpunkt des Fotografen bei der Aufnahme "Liebener Spitze" nur etwas weiter nach links, so würden die Kolonnen von Alpinisten ins Bild treten, die auch zum Zeitpunkt der Aufnahme zum Gletscher hinaufstiegen. 

Das Endliche, das im Unendlichen aufgeht, die Manifestationen des Erhabenen verleiht den Hochgebirgslandschaften ihren besonderen Charakter. Menschen, Tiere oder Straßen würden erzählerische Elemente hinzufügen und die emotionale Wirkung beim Betrachten stören. In seinem Zwiegespräch mit der übermächtigen Natur blendet Florian Richter daher nicht nur die Anwesenheit des Menschen aus, auch Tiere erscheinen nicht in seinen Bildern. Obgleich er am "Gsallkopf" die seltene Gelegenheit hatte, eine große Steinbockherde vor die Linse seiner Kamera zu bekommen, drückte er nicht auf den Auslöser. Selbst Wanderwege finden sich nur selten. Einzig in der Arbeit "Plenge" leitet ein schmaler, blumengesäumter Trampelfpfad den Blick des Betrachters aufwärts zu einer grasbewachsenen Anhöhe mit einem kleinen Kreuz an der Spitze und im Hintergrund erhebt sich majestätisch der Hausberg des Lesachtals in Kärnten. Eine Landschaft wie gemalt - gemalt vom Namensvetter Ludwig Richter (1803-1884). Diese Assoziation vermittelt auch "Nostra"(Katalog, S.1). Sicher könnte man angesichts des Kontrastes von sattgrünen Tannen und abgestorbener Baumgerippe auf einen symbolischen Bildgehalt schließen, aber Florian Richters Aufnahmen sind deutungsoffen. In einer zunehmend technisierten Welt empfindet der Künstler das ästhetische Naturerlebnis als eine lebensnotwendige Metapher persönlicher Freiheit.

Antje Lechleiter, Freiburg

Februar 2023

Florian Richter, Traum, 2022, 24 cm x 30 cm, Pigmenttinte auf Baumwollpapier

Florian Richter, Cima Bulla, 2015, 100 cm x 150 cm, Pigmenttinte auf Baumwollpapier

Florian Richter, Rehwiese, 2022, 20 cm x 25 cm, Pigmenttinte auf Baumwollpapier

Florian Richter, Rehwiese, 2022, 20 cm x 25 cm, Pigmenttinte auf Baumwollpapier

FLORIAN RICHTER

Der 1968 in Hamm (Westfalen) geborene Fotograf Florian Richter stellt bereits zum zweitem Mal bei Goldbergkunst aus.

Informationen über seiner erste Ausstellung bei uns finden sie HIER.


STEFAN THIEL

DEUTSCHE   LANDSCHAFTEN


13. Mai bis 18. Juni 2023

Eröffnung 12. Mai, 19:00 Uhr. Sie sind herzlich eingeladen.

Stefan Thiel, Bliesenrade, 2021, 45 cm x 50 cm, Öl auf Leinwand

Auf dem ersten Blick scheinen uns die Landschaftsmalereien von Stefan Thiel wie romantische Zeugnisse deutsche (Kultur-)Landschaften. Zwar irritiert die Farbwahl in Schwarzweiß und deren Abmischungen in unzählige Grautöne, wie sie eigentlich der S/W-Fotografie zugeordnet wird. Ein beklemmendes Gefühl kann sich auftun beim längeren Betrachten. Warum? Sicherlich deshalb, weil eine nicht näher zu definierende ‚bleierne‘ Schwere über die bildhübschen Motive liegt. Eine Ahnung könnte sich auftun und sie wird zur Gewissheit, wenn man um den Hintergrund dieser romantisch erscheinenden Landstriche weiß. Es sind vergiftete Böden deutscher Geschichte. Unheilvolles hat sich dort abgespielt.
Und doch entfaltet sich unschuldig unser Konstrukt der Schönheit der Natur!

Semjon H. N. Semjon

Am ersten und letzten Ausstellungswochenende ist die Galerie von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet und Stefan Thiel wird anwesend sein; auch an allen anderen Tagen freuen wir uns auf Ihren Besuch, bitten jedoch um vorherige Absprache. T 038736 819 291 M 0151 2758 4744

Zur Ausstellung erscheint der Katalog „Stefan Thiel – Deutsche Landschaften“ mit einem Text von Thomas W. Kuhn, englische Übersetzung von Katrin A. Velder.

48 Seiten, 17,5 x 22,5 cm, Festumschlag mit Fadenheftung, Auflage 100 Expl., signiert, 20.00 Euro

 


Auch eine Art von Archäologie

Diese Webseite lag über Jahre brach. Gras und Unkraut waren über sie gewachsen und sie war lange nicht zu erreichen.  Jetzt ist sie zurück, leider aber noch mit zahlreichen Auslassungen in der Dokumentation vergangener Ausstellungen. Wir hoffen, die Zeit zu finden, diese Lücken bald zu schließen und bitten bis dahin die zahlreichen betroffenen Künstler um Verständnis und Geduld.


 

ES GEHT WEITER BEI GOLDBERGKUNST 


IN NEUEN RÄUMEN

Lange Straße 76
D-19399 Goldberg


eröffnen wir am 25. August 2017 um 19:00 Uhr 

eine Ausstellung, die einige der wichtigsten zeitgenössischen Künstler aus Österreich zusammenbringt.

GRILLFEST UND KONZERT MIT BRONCO JEDSON & Mi???TYRIA

Nach der Ausstellungseröffnung geht es in die Fischerklause, Parkstraße 2, Goldberg, zu einem Grillfest.

Ab 21:30 Uhr folgt dort ein Konzert mit der österreichischen R' n R'-Combo BRONCO JEDSON & Mi???TYRIA. 

Direkt aus Hamburg, dem vorherigen Stop ihrer Europa-Tournee, nach Goldberg ...

DER EINTRITT IST FREI – FEIERN SIE MIT UNS UND DEN KÜNSTLERN! 

WIR FREUEN UNS AUF IHREN BESUCH!



Eröffnung am 5. August, 19:00 Uhr,  in der Galerie:

GABRIELA BUJACK

MIT PAPIER / AUF PAPIER / AUS PAPIER

Gabriela Bujack kreiert seit vielen Jahren Papierarbeiten, die sowohl auf der Tradition des japanischen Origamis als auch der europäischen Papierfaltkunst basieren. Ihre oft großformatig und skulpturell angelegten Arbeiten treten in spielerischen Dialog mit dem auf sie fallenden Licht und vermitteln, handwerklich faszinierend ausgeführt, zutiefst meditative Qualitäten.

Die Ausstellung bleibt bis zum 30. September 2016 geöffnet. 

Öffnungszeiten sind Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen, 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr oder nach Vereinbarung.


JULIAN KHOL

JETZT / NICHT JETZT

4. Juni bis 31. Juli 2016


SO LEICHT - SO SCHWER

(Link zu einer Besprechung der Ausstellung in der Schweriner Volkszeitung von Monika Maria Degner.)


JULIAN KHOL

(Link zur Webseite)

Abbildung:

Julian Khol, ohne Titel, Weinberg, 2015, Öl und Ölstift auf Leinwand, 150 cm x 180 cm




JANKA SIMOWITSCH / PIANO

JANKA SIMOWITSCH
KLAVIERKONZERT
MIT WERKEN VON BEETHOVEN, CHOPIN, COUPERIN & RACHMANINOFF
15. Mai 2016, 17:00 Uhr
im Atrium der Walter-Husemann-Schule
John-Brinckman-Str. 39, 19399 Goldberg


Janka Simowitsch

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In der Dorfkirche Woosten, 19399 Woosten:

JOHANNA NIKULSKI-DIRKS 
MALEREI

14. Mai bis 12. Juni 2016 
in der Dorfkirche, 19399 Woosten


In den Bildern von Johanna Nikulski-Dirks schwebt die Braut zwischen zwei Welten. Es geht um den magisch-religiösen Aspekt einer Grenzüberschreitung, um aneinandergrenzende Territorien, um das Verlassen des einen und um das Betreten eines neuen Raumes. Ein weißes Kleid, ein Strauß und ein Schleier markieren den Übertritt über die Grenze. 

 Während des Pflingst-Wochenendes ist die Ausstellung, ausserhalb der Gottesdienst-Zeiten, ganztägig geöffnet. Danach bleibt sie während der Öffnungszeiten der Kirche oder nach Vereinbarung zugänglich.


Johanna Nikulski-Dirks

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In der Galerie:

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Bis zum 29. Mai in der Galerie:



EDEN

KURATIERT VON SVEN OCHSENREITHER


Der Garten EDEN ist sowohl kultur- und religionsgeschichtlich als auch kunsthistorisch ein feststehender Begriff. Als abgeschlossene Form, etwa im Sinne des Hortus conclusus, beinhaltet EDEN gleichermaßen die Vorstellung vom irdischen Paradies, wie die des unvermeidbaren Sündenfalls. Eben in jenem Spannungsfeld, nämlich dem unmittelbaren Nebeneinander von Utopie und Wirklichkeit, bewegte und bewegt sich die Kunst – gestern wie heute.  

Die Grenzen zwischen Malerei, Zeichnung und Collage überschreitend, gewähren Sylvia Dallmann, Heyko Dobbertin und Jakob Roepke Einblick in schaurig schöne Bildwelten, die in Form und Inhalt das Motiv der Darstellung des Paradiesgartens variieren.

25. MÄRZ BIS 29. MAI 2016 - Geöffnet Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen 15:00 bis 17:00 Uhr.


EDEN | SYLVIA DALLMANN | MALEREI

EDEN | HEYKO DOBBERTIN | MALEREI

EDEN | JAKOB ROEPKE | COLLAGE

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Was war:



HALTUNG BEWAHREN

Kuratiert von Gerhard Stromberg

KRISTINA ANDRES | HEYKO DOBBERTIN | IVANA GRIMMOVÁ | EDINA JELÍNKOVÁ-ŠRŮTKOVÁ | HANIF LEHMANN | ANKE MEIXNERSVEN OCHSENREITHER | FABRIZIO PANATTONI | KÄTHE PESSARA FLORIAN RICHTER | GREGOR SCHMOLL | VÁCLAV ALOIS ŠRŮTEK | IRIS VITZTHUM | WIEL WIERSMA | GABRIELE WORGITZKI

12. SEPTEMBER BIS 29. NOVEMBER 2015 - Geöffnet Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen 15:00 bis 17:00 Uhr

„Worum es geht?“ – Novalis stellte diese Frage gegen Ende des 18. Jahrhunderts in einem Brief und beantwortete sie, viele blumige Sätze später, mit den beiden schlichten Worten „Haltung bewahren.“ Dieses Zitat ist also der Titel unserer Ausstellung. Das Plakat zeigt eine Rückenansicht Caspar David Friedrichs, gezeichnet während einer gemeinsamen Wanderung durch das Riesengebirge von Georg Friedrich Kersting. Ein Satz von Georg Baselitz, der mich seit meiner Jugendzeit begleitet, bildet schließlich das Motto der Ausstellung (und hat bereits vorab für einige ärgerliche Reaktionen gesorgt).  Lassen Sie ihn mich hier noch einmal zitieren. Baselitz sagte: „Der Künstler arbeitet verantwortungslos. Seine gesellschaftliche Bindung ist asozial, seine einzige Verantwortlichkeit ist Haltung, und diese der Arbeit gegenüber.“

Der erste Anlass für diese Ausstellung war Ärger, denn gegen Ende 2012 ging es in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Caspar-David-Friedrich-Gedenkrummel los. Fast wöchentlich kamen bei uns Mails, Briefe, ja sogar Päckchen an, die dazu aufriefen, bei dieser Kirmes mitzumachen. Aus allen Ateliers krochen Künstlerinnen und Künstler, die plötzlich,„Positionen“ bezogen, die Ihnen, wie sie glaubten, ein Anrecht darauf gaben, am Caspar-David-Friedrich-Kuchen mitzuknabbern, denn auch das Land Mecklenburg-Vorpommern hatte seine „Kulturförderung“ früh auf das Gedenkjahr 2014 gerichtet. „Kulturförderung“ habe ich hier in Anführungszeichen gesetzt, denn dieser vom Land geförderte Kuchen kam vor allem durch den Tourismusverband auf den Tisch; einige „Kulturadministratoren“, – in der Politik würde man sie ehrlicherweise “Lobbyisten”, also demokratisch nicht kontrollierte Vertreter meist eigennütziger Interessen, nennen  – durften ab und an mitrühren und die Ränder der Schüssel abschlecken. Künstler dagegen waren bestenfalls als Kohlenträger vorgesehen. All das hat mich damals sehr geärgert und meine erste Reaktion war, eine Ausstellung zu machen, die Kunst und nicht Tourismusquoten in den Vordergrund stellen sollte.

Glücklicherweise ist Ärger kein haltbarer Beweggrund für jedwedes Handeln und in der Kunst, wo es für mich (ich hoffe, Sie verzeihen mir diese Bemerkung) ja auch um Schönheit geht, kann der häßliche Ärger natürlich keinen Bestand haben. Als er verflogen war, wurde die Freude darüber, dass Haltungen, deren Anfang man durchaus in der Frühromantik, also in der Zeit unmittelbar nach der Französischen Revolution, ausmachen kann, auch heute noch in der täglichen Praxis des Kunstmachens Bestand haben.

Die Frühromantik brachte eine neue Selbstauffassung für Künstlerinnen und Künstler. Wo sie vorher Feudal- oder Kirchenherren als bildnerische Vermittler von Machtinteressen gedient hatten, sahen sie sich im Verlauf von weniger als 50 Jahren, also geschichtlich gesehen, fast plötzlich, einzig auf sich und ihr Medium gestellt. Das änderte viel: Die Motive, die Ausdrucksweisen, die Haltung zu Gesellschaft und Staat, denn auf sich selbst gestellt sein, bedeutet eben auch frei sein. Die Motivation kommt nicht mehr aus dem Außen sondern aus einer inneren Notwendigkeit. Das eigene Leben und unsere Weltsicht bestimmen das künstlerische Handeln.

Es gibt atemberaubende Kuntswerke aus allen Epochen der Menschheit. Und doch kann ich mir selbst bei den überzeugendsten Werken von, sagen wir, Fra Angelico oder Hans Holbein die Frage nach dem “wer hat das bezahlt und wem hat es gedient” nicht verkneifen. Eine Frage, darin werden Sie sicher mit mir übereinstimmen, die sich bei der kleinen Kersting-Zeichnung in unserem Plakat nicht stellt. Mir stellt sich diese Frage auch bei keiner der hier ausgestellten Arbeiten.

Meine Begeisterung für die hier vorgestellten, so unterschiedlichen Werke und diejenigen, die sie geschaffen haben, kommt einzig aus der Ernsthaftigkeit, Rechtschaffenheit, dem Können und dem Wissen mit dem sie der Welt und ihrem Medium gegenübertreten.

Eben aus der Haltung, die sie für sich gefunden und bewahrt haben.


Gegen Ende der Ausstellung wird eine vollständige Dokumentation auf dieser Seite veröffentlicht werden. Kommen Sie also wieder.




KARL BERNHARD

EIN VERGESSENER MEISTER

4. JULI BIS 6. SEPTEMBER 2015
geöffnet Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen
15:00 bis 18:00 Uhr 


Für mehr Informationen, klicken Sie bitte

hier

(Link zum Magazin Momentum)




Lesung

MARION SKEPENAT

14. Juni 2015

17:00 Uhr
Goldbergkunst, Lange Strasse 90, 19399 Goldberg

Zum Abschluss der Ausstellung von Sven Ochsenreither wird Marion Skepenat aus ihren Büchern und einem unveröffentlichten Romanmanuskript lesen.

„Die Texte bersten geradezu von Erzähleinfällen, und doch beruhen sie auf sensibler Beobachtung und nüchterner Analyse der Realität.“  Wolfgang Gabler, Schweriner Volkszeitung

SVEN OCHSENREITHER

NEITHER ... NOR


FINISSAGE AM 14. JUNI 2015 ab 17:00 UHR

3. APRIL BIS 14. JUNI 2015

geöffnet Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen

15:00 bis 18:00 Uhr 

oder nach Vereinbarung.


Konzert

JANKA SIMOWITSCH
Klavier

24. Mai 2015

(Pfingstsonntag)

17:00 Uhr im Ballsaal von SCHLOSS PASSOW, Am Schloss 67, 19386 Passow

Der Eintritt zu diesem Konzert wird - wie immer - frei sein. Wir bitten jedoch um frühzeitige Reservierung, da nur hundert Sitzplätze zur Verfügung stehen. Reservieren können Sie per Telefon unter der Nummer 0151 2758 4744 oder schicken Sie uns einen Email.

Nach dem Konzert wird ein Abendessen mit der Künstlerin stattfinden. Bitte rufen Sie uns an, falls Sie daran teilnehmen möchten.




„Sie bestach dabei ebenso mit ihrer souveränen Virtuosität - kraftvoll und von zauberhafter Leichtigkeit zugleich - wie mit einer erstaunlichen Gestaltungskraft, die aus emotionaler Klugheit gespeist wird.

H.-J. Staszak, Ostsee-Zeitung




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